Utility Forecasting Benchmark

TiRex-2 für Last, PV, Asset-Zustand und weitere Zeitreihen

Vergleich von TiRex-1 als univariatem Basismodell gegen TiRex-2 mit externen Variablen. Die Seite ist als nacheinander lesbarer Benchmark-Bericht aufgebaut: erst drei Utility-nahe Beispiele, danach drei zusätzliche öffentliche Zeitreihen mit Wetter-, Kalender- und Betriebssignalen.

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Öffentliche Zeitreihen mit jeweils eigener fachlicher Einordnung.

12 / 24 / 48h / 1 Woche

Vier Forecast-Horizonte pro Use Case.

264

Rollierende Modellfenster: TiRex-2 mit Covariates gegen TiRex-1.

336h

Kontextlänge pro Forecast-Origin, lokal auf CPU gerechnet.

Versuchsaufbau

Jeder Use Case wurde mit sechs rollierenden Cutoffs für 12h/24h/48h und vier rollierenden Cutoffs für 1 Woche bewertet. TiRex-1 sieht nur die Zielzeitreihe; TiRex-2 erhält zusätzlich Past-Covariates und Future-known Covariates aus Wetter-, Kalender-, Last- oder Betriebssignalen.

Stromlast

Netzlast mit Temperatur

GEFCom2014 Electricity Load, stündliche Zone-1-Last. Externe Variablen: 25 Temperaturreihen, Temperaturaggregate und Kalenderfeatures.

PV / Solar

Erzeugung mit Wetter

GEFCom2014 Solar Generation, stündliche Solarleistung. Externe Variablen: numerische Wetter-/Solar-Predictoren plus Kalenderfeatures.

Asset Health

Thermik als PdM-Signal

Electricity Transformer Temperature, stündliche Öltemperatur. Externe Variablen: High-, Medium- und Low-Load-Messgrößen plus Kalenderfeatures.

Use Case 1

Stromlast: kurzfristige Netzlastprognose

Der Lastfall ist der klassischste Utility-Forecast: operative Einsatzplanung, Beschaffung, Bilanzkreisführung und Redispatch-nahe Planung hängen daran, ob Lastspitzen und Tagesprofile sauber antizipiert werden. Temperatur ist hier ein starkes externes Signal, weil Heiz- und Kühlbedarf die Lastkurve systematisch verschieben.

Fachliche Lesart

  • Zielgröße: stündliche elektrische Last einer Zone.
  • Covariates: 25 Wetterstationen, Temperaturmittel/-min/-max, Stunde, Wochentag, Monat.
  • TiRex-2 nutzt die Wetter- und Kalendersignale über alle Horizonte deutlich besser als die univariate Baseline.
HorizontTiRex-1 MAETiRex-2 MAERMSE TiRex-2MAE-Veränderung
12h7.625.016.13-34.2%
24h8.166.387.93-21.8%
48h11.687.699.66-34.2%
1 Woche16.8510.9514.30-35.0%
12 hour electricity load forecast
12h: kurzfristiges Lastfenster.
24 hour electricity load forecast
24h: Day-ahead-ähnlicher Horizont.
48 hour electricity load forecast
48h: längerer operativer Planungshorizont.
Second 24 hour electricity load forecast window
Zusatzfenster 24h: anderer Forecast-Origin.
Third 24 hour electricity load forecast window
Zusatzfenster 24h: Stabilität über Cutoffs.
Second 48 hour electricity load forecast window
Zusatzfenster 48h: Profiltreue über zwei Tage.
One week electricity load forecast
1 Woche: längerfristiges Lastprofil.
Second one week electricity load forecast
1 Woche Zusatzfenster: weiterer Cutoff.
Use Case 2

PV-Erzeugung: wetterabhängige Einspeiseprognose

Der PV-Fall zeigt eine andere Struktur als Last: Wetter- und Strahlungsvariablen sind entscheidend, aber die Zielreihe enthält viele Null- oder Nahe-Null-Stunden. Deshalb ist MAE oft aussagekräftiger als relative Fehlermaße; sMAPE wirkt bei kleinen Ist-Werten schnell extrem hoch.

Fachliche Lesart

  • Zielgröße: stündliche Solarleistung einer GEFCom-Zone.
  • Covariates: numerische Wetter-/Solar-Predictorvariablen, Stunde, Wochentag, Monat.
  • TiRex-2 gewinnt bei 24h und 48h klar; bei 12h ist der MAE schlechter, obwohl sMAPE leicht besser ist.
HorizontTiRex-1 MAETiRex-2 MAERMSE TiRex-2MAE-Veränderung
12h0.02170.02710.0727+25.1%
24h0.05020.04680.0954-6.7%
48h0.06420.05710.1126-11.1%
1 Woche0.05260.04410.0898-16.1%
12 hour solar forecast
12h: kurzer PV-Horizont mit hoher Sensitivität auf Tagesrandstunden.
24 hour solar forecast
24h: voller Tagesverlauf inklusive Nacht- und Produktionsstunden.
48 hour solar forecast
48h: zwei Tagesprofile im längeren Wetterfenster.
Second 24 hour solar forecast window
Zusatzfenster 24h: zweiter Cutoff.
Third 24 hour solar forecast window
Zusatzfenster 24h: dritter Cutoff.
Second 48 hour solar forecast window
Zusatzfenster 48h: längerer PV-Verlauf.
One week solar forecast
1 Woche: mehrere PV-Tagesprofile.
Second one week solar forecast
1 Woche Zusatzfenster: zweiter Cutoff.
Use Case 3

Transformer-Öltemperatur: PdM-naher Asset-Indikator

Predictive Maintenance beginnt oft nicht mit direkter Ausfallprognose, sondern mit der Vorhersage belastungsnaher Zustandsgrößen. Öltemperatur ist dafür ein gutes Beispiel: Lastprofile treiben thermische Belastung, thermische Belastung beeinflusst Alterung und Grenzwertverletzungen.

Fachliche Lesart

  • Zielgröße: stündliche Transformer-Öltemperatur.
  • Covariates: High-, Medium- und Low-Load-Messungen plus Kalenderfeatures.
  • Der Nutzen von TiRex-2 steigt mit dem Horizont: je länger die Prognose, desto stärker helfen externe Lastsignale.
HorizontTiRex-1 MAETiRex-2 MAERMSE TiRex-2MAE-Veränderung
12h0.990.961.07-2.6%
24h0.900.841.07-6.9%
48h1.241.101.47-11.4%
1 Woche1.201.071.48-10.7%
12 hour transformer oil temperature forecast
12h: kurzfristige thermische Entwicklung.
24 hour transformer oil temperature forecast
24h: täglicher Asset-Zustandsverlauf.
48 hour transformer oil temperature forecast
48h: längerer thermischer Planungshorizont.
Second 24 hour transformer forecast window
Zusatzfenster 24h: zweiter Cutoff.
Third 24 hour transformer forecast window
Zusatzfenster 24h: dritter Cutoff.
Second 48 hour transformer forecast window
Zusatzfenster 48h: längere Lastwirkung.
One week transformer oil temperature forecast
1 Woche: Asset-Temperatur über längeren Zeitraum.
Second one week transformer forecast
1 Woche Zusatzfenster: zweiter Cutoff.
Zusatztests

Weitere öffentliche Zeitreihen

Drei zusätzliche Online-Datensätze prüfen, ob TiRex-2 auch außerhalb klassischer Energie-Utility-Reihen profitiert. Das Ergebnis ist bewusst gemischt: Gebäude-Energie verbessert sich leicht oder bleibt pari, Seoul Bike Sharing profitiert erst im Wochenhorizont, UCI Bike Sharing gewinnt im 48h-MAE, verliert aber bei kurzen und sehr langen Horizonten.

Gebäude-Energie

Appliances Energy Prediction

Stündlich resampelter Geräteenergieverbrauch mit Raumtemperatur, Luftfeuchte, Außenwetter, Licht- und Kalenderfeatures. Gute Probe für Smart-Building-Lasten und energieeffiziente Betriebsführung.

Mobility Demand

Seoul Bike Sharing Demand

Stündliche Fahrradausleihen mit Temperatur, Feuchte, Wind, Sicht, Solarstrahlung, Regen, Schnee, Saison, Feiertag und Betriebsstatus. Interessant, weil Nachfrage stark wetter- und kalendersensitiv ist.

Urban Load

UCI Bike Sharing Hourly

Stündliche Bike-Sharing-Nachfrage mit Wetterlage, Temperatur, Feuchte, Wind, Feiertag, Arbeitstag und Kalenderfeatures. Ein kompakter Demand-Forecast mit klaren Tages- und Wochenmustern.

DatensatzHorizontTiRex-1 MAETiRex-2 MAERMSE TiRex-2MAE-Veränderung
Appliances Energy12h49.7348.5967.95-2.3%
Appliances Energy24h40.1040.5771.44+1.2%
Appliances Energy48h37.0437.0168.80-0.1%
Appliances Energy1 Woche32.0832.0962.70+0.0%
Seoul Bike12h36.2942.6254.71+17.5%
Seoul Bike24h64.1977.42100.02+20.6%
Seoul Bike48h101.66125.62162.39+23.6%
Seoul Bike1 Woche304.76282.09366.12-7.4%
UCI Bike Hourly12h22.0630.8542.28+39.8%
UCI Bike Hourly24h41.3851.6767.54+24.9%
UCI Bike Hourly48h56.2749.9971.12-11.2%
UCI Bike Hourly1 Woche44.0452.0478.69+18.2%
12 hour appliance energy forecast
Appliances 12h: TiRex-2 verbessert den MAE leicht.
48 hour appliance energy forecast
Appliances 48h: praktisch pari, sMAPE leicht besser.
One week Seoul bike sharing forecast
Seoul Bike 1 Woche: längerer Horizont mit TiRex-2-Vorteil.
24 hour Seoul bike sharing forecast
Seoul Bike 24h: univariate Baseline bleibt stärker.
48 hour UCI bike sharing forecast
UCI Bike 48h: TiRex-2 gewinnt beim MAE.
One week UCI bike sharing forecast
UCI Bike 1 Woche: Covariates helfen hier nicht genug.

Gesamtfazit

TiRex-2 ist vor allem dort stark, wo externe Signale fachlich wirklich erklärend sind und zur Vorhersagezeit belastbar vorliegen. Der Lastfall zeigt den klarsten Effekt, PV profitiert ab 24 Stunden bis zur Wochenprognose, der Transformer-Fall übersetzt Lastsignale in einen Asset-Health-Kontext, und die Zusatztests zeigen die Grenze: mehr Variablen sind nicht automatisch besser.

Produktive Anschlussfähigkeit

  • Last: Wetterprognosen, Kalender, Feiertage, Tarif-/Schaltinformationen.
  • PV: NWP-Daten, Bewölkung, Einstrahlung, Temperatur, Anlagenstatus.
  • Asset Health: Lastprofile, Umgebungstemperatur, Sensordaten, Grenzwerte, Wartungshistorie.

Nächste Modellhärtung

  • Mehr saisonale Splits statt nur letzter Datenabschnitt.
  • Covariate-Ablationen pro Signalgruppe.
  • Separate Bewertung von Spitzen, Rampen und Grenzwertnähe.
  • Für Nicht-Utility-Daten gezielt prüfen, welche Covariates wirklich future-known sind.